SULZER

Branche: Öl-, Chemie- und Diskrete Industrie

Rolle: Lead Consultant (In-house) / Teilprojektleitung SAP MM & Mobile Asset Management

Schwerpunkt: SAP CCC, Prozessberatung, globale Rollouts & AddOn-Entwicklung

Die Sulzer Chemtech AG, Teil der weltweit tätigen Sulzer Gruppe, ist ein führender Anbieter von Trenn-, Misch- und Applikationstechnologien für die Chemie-, Öl- und Energiebranche. Das Unternehmen entwickelt und liefert maßgeschneiderte Lösungen für Anlagen- und Prozesstechnologien – von der Rohölverarbeitung über Polymerherstellung bis hin zur Umwelttechnik.

Mit Produktions-, Engineering- und Service-Standorten auf allen Kontinenten verfolgt Sulzer Chemtech eine klare Digitalisierungs- und Standardisierungsstrategie: Ziel war es, die globalen SAP-Systeme zu harmonisieren, Prozesse zu vereinheitlichen und eine zentrale Systemarchitektur zur Unterstützung internationaler Produktions- und Servicestandorte zu schaffen.

Das Projekt umfasste die globale SAP-Implementierung und Rollouts (CH, PL, SG, CN, IN, US, MX) sowie die Einführung von mobilen Lösungen im Bereich Asset und Production Management. Ein besonderer Fokus lag auf der Entwicklung von AddOns zur Produktionslogistik, Instandhaltung und Disposition, die über den Standard hinausgehende Anforderungen der Prozessindustrie abbilden.

⚙️ Leistungsumfang & Aufgaben

Als Teilprojektleiter SAP MM und Lead Consultant im SAP Competence Center (CCC) war ich verantwortlich für die fachliche Konzeption, Prozessberatung und technische Implementierung mehrerer SAP-Module und AddOns.

Kernaufgaben:
  • SAP CCC (Competence Center Coordination): Leitung des MM-Teilprojekts und Unterstützung bei der Integration der Module SD, PP, WM, PS
  • Projektleitung Mobile Asset Management: Einführung von Mobisys (SAP Mobile AddOn) zur mobilen Datenerfassung und Instandhaltungssteuerung
  • Business Blueprint (BBP): Erstellung, Standardisierung und weltweite Einführung von Templates für SAP MM (inkl. PP und SD)
  • Full Lifecycle Implementierung in CH & PL, Rolloutkoordination in SG, CN, IN, US, MX
  • Prozessanalyse & GAP-Analyse in der Produktions- und Logistiksteuerung
  • Customizing & Entwicklung von AddOns zur Abbildung unternehmensspezifischer Prozesse
  • Spezifikation und Integration von SAP-Schnittstellen (IDoc, ALE, RFC)
  • Reengineering bestehender Logistikprozesse im Hinblick auf Materialverfügbarkeit und Produktionsplanung
  • Einführung SEMTALK & VISIO für die visuelle Prozessdokumentation im BBP
Entwickelte AddOns und Tools:
  • MRP Planning Cockpit: zentrales Dispositionswerkzeug für Bedarfs- und Bestandsplanung (MM, PP, PS)
  • Crating Cockpit: Steuerung der Verpackungs- und Versandlogistik übergreifend für PP, SD und MM
  • Scanner Cockpit: mobile Datenerfassung für Produktion, Lager und Zeiterfassung (Integration SAP HR)
  • Mobisys AddOn: Einführung eines mobilen Branchenframeworks für SAP-basierte Instandhaltungs- und Produktionsprozesse
  • Restmaterialmanagement: AddOn zur Verwaltung und Wiederverwendung von Produktionsresten
  • Coil & Mother Coil Management: branchenspezifische Lösung zur Verwaltung von Metallrollen (inkl. Rückverfolgbarkeit und Verbrauchsplanung)
  • Chargen ohne Chargenänderung (LOT): AddOn zur Vereinfachung der Serienfertigung mit kontinuierlicher Chargenführung
  • Mini-Warehouse-Management: leichtgewichtiges Lagerverwaltungssystem zur dezentralen Lagersteuerung
  • Materialzertifikate: automatisierte Erstellung und Verwaltung von Qualitäts- und Prüfzertifikaten
🌐 Strategischer Impact

Die Zusammenarbeit mit der Sulzer Chemtech AG markierte einen entscheidenden Schritt in Richtung globaler SAP-Standardisierung und digitaler Prozessintegration. Durch die Entwicklung modularer AddOns und mobiler Erweiterungen konnte das Unternehmen eine skalierbare, zukunftssichere Systemarchitektur aufbauen, die sowohl Diskrete Fertigung als auch Prozessindustrie unterstützt.

Die eingeführten Lösungen (MRP Cockpit, Crating, Scanner, Mobisys) gelten bis heute als Best Practices innerhalb der Sulzer-Gruppe und bilden die Basis für die kontinuierliche Weiterentwicklung hin zu SAP ECC und integrierten Smart Factory Szenarien.

  • Globale Prozessharmonisierung: Vereinheitlichung von Abläufen über mehrere Werke und Kontinente hinweg
  • Komplexe Produktionsstrukturen: Integration diskreter und prozessorientierter Fertigung in einem System
  • Hoher AddOn-Bedarf: SAP-Standard reichte nicht aus, um alle branchenspezifischen Anforderungen abzubilden
  • Integration heterogener Systeme: bestehende lokale Anwendungen, Scannersysteme und Waagenanbindungen mussten integriert werden
  • Schulung und Change Management: Anpassung der Arbeitsprozesse in unterschiedlichen Kulturen und Sprachen
  • Systemperformance: Stabilität und Datenqualität bei internationalen Rollouts sicherstellen
  • Entwicklung eines globalen SAP-Templates mit länderspezifischen Anpassungen
  • Integration von Mobisys Mobile Asset Management für mobile Instandhaltungs- und Logistikprozesse
  • Umsetzung eines durchgängigen MRP-Planungsprozesses über alle Werke hinweg
  • Implementierung modularer SAP AddOns für Produktions-, Dispositions- und Versandprozesse
  • Automatisierte Erstellung von Materialzertifikaten und Dokumentationen
  • Nutzung von SEMTALK und Microsoft VISIO zur strukturierten Prozessbeschreibung im Blueprint
  • Etablierung eines zentralen SAP-Competence-Center-Modells zur globalen Governance und Prozesskontrolle
  • Aufbau einer sicheren IDoc/ALE-Kommunikationsarchitektur zwischen Headquarter und internationalen Standorten
  • Globale SAP-Rollout-Standardisierung für sieben Produktions- und Servicegesellschaften
  • Erhöhte Transparenz und einheitliche Datenqualität über alle Werke hinweg
  • Signifikante Reduktion von Prozessdurchlaufzeiten in Einkauf, Fertigung und Versand
  • Mobile Datenerfassung im Shopfloor-Bereich zur Echtzeit-Steuerung der Instandhaltung
  • Effizienzsteigerung in der Produktionsplanung (MRP Cockpit) und Materialverfügbarkeit
  • Optimierte Verpackungs- und Versandprozesse durch das Crating Cockpit
  • Bessere Rückverfolgbarkeit und Compliance durch systemgestützte Chargen- und Coilverwaltung
  • Flexiblere Systemarchitektur durch modulare AddOn-Integration
  • Zentrale Governance-Struktur (CCC) zur Steuerung globaler SAP-Initiativen