Projektreferenz: Berlin-Chemie AG – Pharmazeutische Industrie (Menarini-Gruppe)

Rolle: Teilprojektleitung und Beratung

Projekt: Greenfield – SAP Einführung & integrierter Produktionsprozesse mit SAP Pharma AddOns

Land: Deutschland / Russland

Die Berlin-Chemie AG, Teil der italienischen Menarini-Gruppe, ist ein international tätiges Pharmaunternehmen mit Produktions- und Vertriebsstandorten in über 30 Ländern. Im Zuge des strategischen Ausbaus der osteuropäischen Produktionskapazitäten wurde 2013 ein neues Werk im russischen Kaluga errichtet. Dieses Werk sollte vollständig in die bestehende SAP-Konzernlandschaft integriert werden.

Ziel des Projekts war die Einführung des SAP-Moduls Material Management (MM) sowie die Abstimmung der Buchungs- und Kontenfindungslogik zwischen MM und FI, um einheitliche, transparente und revisionssichere Beschaffungs- und Buchungsprozesse sicherzustellen.

Die Erstellung des Business Blueprint (BBP), die Prozessberatung für SAP MM und die Definition der Konzern-Kontenfindung, inklusive des Rollouts nach Russland.

Schwerpunkte

  • Erstellung des Business Blueprint (BBP) für das SAP-Modul MM (Material Management) im Rahmen des internationalen Rollouts
  • Definition der Beschaffungs- und Lagerprozesse für das neue Werk in Kaluga
  • Abstimmung der MM-FI-Integration im Konzernverbund zur Harmonisierung von Buchungs- und Kontenfindungslogiken
  • Customizing der Kontenfindung (Automatic Account Determination) für lokale und internationale Anforderungen
  • Analyse der russischen Buchhaltungsanforderungen (GAAP, Lokalisierung) und deren technische Umsetzung im SAP-System
  • Koordination zwischen dem Headquarter in Berlin und dem russischen Projektteam in Kaluga
  • Start der SAP-MM-Implementierung im Werk Kaluga (Go-Live-Vorbereitung ab 08/2013)
  • Schulung und Know-how-Transfer für lokale Key-User in Russland

Die Einführung des SAP-MM-Systems in Russland stellte eine komplexe Herausforderung dar, da lokale gesetzliche Anforderungen, Sprachbarrieren und Konzernstandards miteinander in Einklang gebracht werden mussten.

Zentrale Herausforderungen:

  • Umsetzung der russischen Rechnungslegungsvorschriften und Mehrwertsteuerlogik im SAP-FI/MM-Kontext
  • Synchronisierung der Buchungskreise und Werke zwischen Berlin und Kaluga
  • Abstimmung der Konzernkontenfindung (FI/MM) über mehrere Länder hinweg
  • Übersetzung und Lokalisierung von Systemdokumentationen und Formularen
  • Schulung russischer Projektbeteiligter unter Berücksichtigung unterschiedlicher Prozessreifegrade
  • Sicherstellung der Konsistenz von Materialstammdaten und Einkaufskonditionen zwischen den Landesgesellschaften

MM-Prozessdesign:

    • Standardisierung von Einkaufsprozessen (Bestellanforderung, Bestellung, Wareneingang, Rechnungseingang)
    • Definition von Materialarten, Kontengruppen und Nummernkreisen
    • Aufbau eines einheitlichen Genehmigungsworkflows für Beschaffungen

FI/MM-Integration:

    • Entwicklung eines standardisierten Kontenfindungsschemas für den gesamten Konzern
    • Zuordnung von Buchungsschlüsseln, Sachkonten und Bewertungsklassen
    • Implementierung der automatischen Kontenfindung (Automatic Account Determination) unter Berücksichtigung russischer Lokalisierung

Lokalisierung Russland:

    • Anpassung der MWSt-/Steuerschlüssel gemäß russischer Buchführung
    • Einrichtung von lokalen Buchungskreisen, Währungen und Kontenplänen
    • Sicherstellung der gesetzlichen Berichtspflichten (z. B. VAT-Reporting, Intrastat, Zoll)

Prozessintegration:

    • Enge Abstimmung mit den Modulen FI, CO, SD und PP-PI
    • Harmonisierung der Material- und Lieferantenstammdaten zwischen Deutschland und Russland
    • Integration in das zentrale Konzernsystem in Berlin

Durch die erfolgreiche Umsetzung konnte Berlin-Chemie das neue Werk in Kaluga vollständig in die SAP-Konzernlandschaft integrieren und gleichzeitig lokale Compliance-Anforderungen erfüllen.

Wesentliche Ergebnisse:

  • Standardisierte Beschaffungs- und Buchungsprozesse im internationalen Rollout
  • Transparente MM-FI-Verknüpfung mit automatischer Kontenfindung
  • Konzernweite Harmonisierung der Kontenpläne und Bewertungsklassen
  • Schnellere Monats- und Jahresabschlüsse durch einheitliche Systemlogik
  • Erhöhte Datenkonsistenz und Nachvollziehbarkeit im internationalen Einkauf
  • Erfolgreicher Go-Live in Kaluga (Russland) mit vollständiger Integration in das zentrale SAP-System in Berlin