Projektreferenz: R-Pharm – SAP Greenfield

rpharm

Branche: Pharmazeutische Industrie

Rolle: Teilprojektleitung SAP PP-PI, WM, QM & Solution Architect

Land: Deutschland / Russland

Die R-Pharm Group ist ein weltweit tätiges, forschungsorientiertes Pharmaunternehmen mit Hauptsitz in Moskau. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt innovative Arzneimittel, Biosimilars und biotechnologische Präparate für internationale Märkte.

Im Zuge seiner europäischen Expansionsstrategie übernahm R-Pharm im Jahr 2014 das ehemalige Pfizer-Werk in Illertissen (Deutschland). Ziel war es, den Standort als europäisches Produktionszentrum weiterzuentwickeln und ihn in die globale R-Pharm-Systemlandschaft zu integrieren. Das Werk ist auf die Herstellung fester Arzneiformen spezialisiert und beliefert weiterhin unter anderem Pfizer sowie andere internationale Partner.

Mit der Übernahme einher ging die strategische Entscheidung, eine moderne, durchgängig validierte SAP S/4HANA-Landschaft einzuführen. Diese sollte nicht nur Produktions-, Logistik- und Qualitätsprozesse digitalisieren, sondern auch den hohen regulatorischen Anforderungen der pharmazeutischen Industrie (GxP, FDA, EMA, EU FMD) gerecht werden.

Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts war die Einführung S/4HANA und eines zentralen Label-Management-Systems, um die Kennzeichnungsprozesse für Verpackungen, Wirkstoffe und Fertigprodukte zu harmonisieren und zu automatisieren.

Teilprojektleitung SAP PP-PI (Prozessindustrie), PM (Instandhaltung) und APO (Advanced Planning & Optimization)

  • Prozessanalyse, Erstellung des Business Blueprint (BBP) und Definition von Produktions- und Wartungsprozessen
  • Realisierung und Customizing der SAP-Module PP-PI, PM und APO
  • Entwicklung und Integration kundenspezifischer SAP AddOns:
    • it.PPC (Production Process Cockpit): Digitale Fertigungsoberfläche für Produktionsaufträge, Rückmeldungen und Prozessstatus
    • it.LPI (Label Printer Interface): Anbindung der Etikettendrucksysteme (Bartender, NiceLabel) an SAP
  • Integration mit SAP-Modulen MM, WM, QM für eine durchgängige Prozesslandschaft
  • Anbindung von Barcode-, Scanner- und Wiegesystemen (z. B. Mettler, Bizerba) über IPC Touch und Mobisys
  • Aufbau einer zentralen Wirkstoffverwaltung (Active Ingredient Management)
  • Datenmigration für PP- und PM-Stammdaten
  • Entwicklung eines globalen Templates für Rollouts in Deutschland, Polen, China, Mexiko, USA, Russland und Türkei
  • Koordination internationaler Projektteams und Schulung lokaler Key-User
  • Integration eines ehemals eigenständigen Pfizer-Standorts in die bestehende R-Pharm-Systemlandschaft
  • Unterschiedliche Stammdatenstrukturen und Prozesslogiken aus Altsystemen (Pfizer ECC, lokale LVS)
  • Notwendigkeit der GxP-Validierung sämtlicher produktionsrelevanter IT-Systeme
  • Fehlende Automatisierung in der Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit von Arzneimittelchargen
  • Heterogene IT-Infrastruktur mit redundanten Label-Systemen und unverbundenen Prüfinstanzen
  • Einführung von SAP S/4HANA PP-PI als zentrale Plattform für Produktionsplanung und -steuerung
  • Aufbau einer integrierten Wirkstoff- und Rezepturverwaltung mit automatisierter Rückverfolgbarkeit
  • Implementierung der Traniva-/ itelligence-Add-Ons:
    • it.PPC (Process Cockpit): Shopfloor-Leitstand für Produktionssteuerung und Rückmeldung
    • it.LPI (Label Printer Interface): Zentrale Etikettierungslösung für SAP-integriertes Label-Management in Verbindung mit Loftware / NiceLabel
    • it.SCL (Scale Control Layer): Waagenintegration zur Verwiegung und Chargenprüfung
  • Entwicklung eines GxP-konformen Validierungskonzepts für alle Produktions- und Labelprozesse
  • Integration mobiler Scanner und Barcode-Systeme (Mobisys) zur automatischen Datenerfassung
  • Anbindung externer Systeme über standardisierte SAP S/4HANA-APIs und RFC-Schnittstellen
  • Harmonisierung der Label- und Druckprozesse für Produktion, Qualität und Verpackung
  • Aufbau einer validierten, zukunftssicheren S/4HANA-Plattform zur Steuerung aller pharmazeutischen Prozesse
  • Zentralisiertes Label-Management-System, das regulatorische Anforderungen (EU FMD, FDA, GxP) vollständig erfüllt
  • Reduktion der Fehlerquote in der Etikettierung um > 60 % durch Automatisierung und Echtzeitprüfung
  • Nahtlose Integration von Produktion, Qualität und Logistik innerhalb eines einheitlichen Systems
  • Signifikante Zeiteinsparung bei Freigabe- und Verpackungsprozessen
  • Verbesserte Auditfähigkeit und Transparenz durch automatisierte Chargenverfolgung und Dokumentation
  • Grundlage für globale Rollouts innerhalb der R-Pharm Gruppe geschaffen